Wie man alles unter einen Hut bekommt (Spoiler: Klappt nicht immer)
Es gibt dieses romantische Bild vom Schreiben. Eine Autorin sitzt an ihrem Schreibtisch, eine Tasse Kaffee neben dem Laptop, draußen fällt sanft der Regen, und die Worte fließen wie von selbst auf die Seite. Vielleicht kennst du dieses Bild auch. Vielleicht hast du es dir selbst einmal so vorgestellt.
Die Realität sieht bei vielen von uns allerdings etwas anders aus.
Während ich versuche, an meinem nächsten Kapitel zu arbeiten, ruft ein Kind nach mir, der Hund will raus, die Waschmaschine piept und irgendwo im Hintergrund läuft ein Cartoon, den ich inzwischen vermutlich auswendig mitsprechen könnte. Willkommen in meinem Alltag.
Seit 2019 bin ich Selfpublisherin und schreibe vor allem Romance, Sports Romance und Dark Romance. Gleichzeitig bin ich Mutter, kümmere mich um den Haushalt und versuche irgendwie, all diese Rollen miteinander zu vereinbaren. Manchmal klappt das erstaunlich gut. Und manchmal… na ja, manchmal fühlt es sich eher an wie Jonglieren mit zu vielen Bällen gleichzeitig.
Wenn du selbst schreibst, Kinder hast oder generell das Gefühl kennst, ständig zwischen Leidenschaft und Alltag hin- und hergerissen zu sein, bist du hier genau richtig.
Der Mythos vom perfekten Schreiballtag
Wenn man sich mit dem Thema Schreiben beschäftigt, stößt man schnell auf unzählige Tipps. Schreibe jeden Morgen um fünf Uhr. Plane deinen Tag minutiös. Setze klare Ziele. Disziplin ist alles.
Und ja – ein bisschen Struktur hilft wirklich.
Aber als Mutter weiß ich: Nicht jeder Tag folgt einem perfekten Plan. Kinder werden krank, Termine verschieben sich, der Haushalt explodiert gefühlt innerhalb von drei Stunden, und manchmal fehlt einfach die Energie.
Ich habe lange gedacht, dass ich etwas falsch mache, weil mein Schreiballtag nicht so aussieht wie auf Instagram dargestellt wird. Heute sehe ich das anders.
Der perfekte Schreiballtag existiert für viele von uns schlicht nicht.
Stattdessen gibt es Tage, an denen 2000 Wörter entstehen und Tage, an denen man froh ist, überhaupt eine Szene überarbeitet zu haben. Und das ist vollkommen okay.
Warum Schreiben trotzdem wichtig bleibt
Trotz all dieser Herausforderungen bleibt das Schreiben für mich ein unglaublich wichtiger Teil meines Lebens. Es ist mehr als ein Hobby. Es ist eine Leidenschaft, ein kreativer Ausgleich und manchmal auch eine kleine Flucht aus dem Alltag.
Wenn ich an einem neuen Roman arbeite, tauche ich in meine eigenen Welten ein. Dort gibt es intensive Gefühle, dramatische Konflikte und Figuren, die mich manchmal selbst überraschen.
Gerade im Bereich Romance Bücher oder Dark Romance lebt alles von Emotionen. Diese Geschichten entstehen nicht nur aus Ideen, sondern aus Gefühl, Fantasie und dem Wunsch, Leserinnen zu berühren.
Deshalb versuche ich, das Schreiben nicht als zusätzliche Pflicht zu sehen, sondern als etwas, das mir selbst guttut.
Kleine Zeitfenster statt perfekter Schreibstunden
Eine der größten Veränderungen in meinem Schreibprozess war die Erkenntnis, dass ich nicht auf den perfekten Zeitpunkt warten kann.
Früher dachte ich, ich bräuchte mehrere freie Stunden am Stück, um wirklich produktiv zu sein. Heute weiß ich, dass auch kleine Zeitfenster unglaublich wertvoll sein können.
Manchmal schreibe ich nur zwanzig Minuten, während die Kinder beschäftigt sind. Manchmal überarbeite ich eine Szene abends auf dem Sofa. Und manchmal entstehen neue Ideen spontan, während ich eigentlich etwas ganz anderes erledige.
Das Schreiben passt sich meinem Alltag an – nicht umgekehrt.
Diese Flexibilität hat mir geholfen, dranzubleiben, auch wenn der Alltag chaotisch ist.
Wenn die Energie einfach fehlt
Es gibt Tage, an denen ich zwar Zeit hätte zu schreiben, aber schlicht keine Energie mehr habe. Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Der Kopf ist voll, der Tag war lang, und der Gedanke an konzentriertes Arbeiten wirkt plötzlich überwältigend.
Früher habe ich mich dafür kritisiert.
Heute versuche ich, mir selbst mehr Verständnis entgegenzubringen. Kreativität funktioniert nicht wie ein Schalter, den man jederzeit umlegen kann.
Manchmal hilft es, einfach zu lesen, Inspiration zu sammeln oder eine Szene nur grob zu planen. Gerade wenn man gerne Romance Bücher liest oder sich von aktuellen Dark Romance Bestsellern inspirieren lässt, entstehen oft ganz nebenbei neue Ideen.
Nicht jeder kreative Moment muss sofort in Produktivität umgewandelt werden.
Die Realität hinter Selfpublishing
Viele Menschen denken, dass Schreiben nur aus dem eigentlichen Schreiben besteht. Gerade im Selfpublishing ist das aber nur ein Teil der Arbeit.
Coverplanung, Lektorat, Veröffentlichungen, Buchmarketing – all das gehört ebenfalls dazu.
Als ich angefangen habe, war mir nicht bewusst, wie viel Organisation dahintersteckt. Gleichzeitig bietet Selfpublishing auch unglaublich viele Möglichkeiten, seine eigenen Geschichten genau so zu erzählen, wie man sie sich vorstellt.
Man hat kreative Freiheit, kann eigene Entscheidungen treffen und direkten Kontakt zu Leserinnen aufbauen.
Das bedeutet aber auch, dass man lernen muss, seine Energie gut einzuteilen.
Perfektion loslassen
Eine der wichtigsten Lektionen auf meiner Reise als Autorin war, den Anspruch an Perfektion ein Stück weit loszulassen.
Nicht jeder Tag ist produktiv. Nicht jedes Kapitel fühlt sich sofort richtig an. Und nicht jede Idee wird am Ende ein fertiges Buch.
Das bedeutet nicht, dass man scheitert.
Es bedeutet nur, dass man sich in einem kreativen Prozess befindet.
Gerade im Romance-Genre entstehen viele Geschichten aus Experimenten. Man probiert neue Tropes aus, entwickelt Figuren weiter oder entdeckt plötzlich eine ganz andere Richtung für den Plot.
Diese Freiheit gehört zum Schreiben dazu.
Warum Community so wichtig ist
Ein weiterer Punkt, der mir sehr geholfen hat, ist der Austausch mit anderen Autorinnen. Schreiben kann manchmal ziemlich einsam sein, besonders wenn man von zuhause aus arbeitet.
Zu sehen, dass andere ähnliche Herausforderungen haben, ist unglaublich beruhigend.
Viele Selfpublisherinnen kämpfen ebenfalls mit Zeitmanagement, Motivation oder dem Spagat zwischen Alltag und Kreativität. Dieser Austausch zeigt, dass niemand perfekt ist und dass jeder seinen eigenen Weg finden muss.
Gerade in der Romance-Community entsteht oft eine besondere Verbindung, weil viele Autorinnen ähnliche Themen, Emotionen und Geschichten lieben.
Kleine Strategien, die wirklich helfen
Im Laufe der Zeit habe ich einige kleine Strategien entwickelt, die mir helfen, Schreiben und Alltag besser zu verbinden.
Zum Beispiel versuche ich, mir realistische Ziele zu setzen. Statt mir vorzunehmen, jeden Tag tausend Wörter zu schreiben, konzentriere ich mich manchmal einfach darauf, überhaupt ein paar Seiten zu bearbeiten.
Auch ein fester Schreibplatz kann helfen, schneller in den kreativen Modus zu kommen. Wenn ich mich an meinen Laptop setze oder meine Notizen öffne, weiß mein Kopf inzwischen ziemlich schnell: Jetzt ist Schreibzeit.
Und manchmal hilft auch ein kleiner Perspektivwechsel. Wenn ich mir bewusst mache, dass ich meine Leidenschaft ausleben darf, fühlt sich der Druck automatisch weniger schwer an.
Spoiler: Es klappt nicht immer
Der Titel dieses Artikels verrät es eigentlich schon: Alles unter einen Hut zu bekommen klappt nicht immer.
Es gibt Tage, an denen der Haushalt gewinnt. Tage, an denen Familie Vorrang hat. Tage, an denen ich einfach zu müde bin, um kreativ zu sein.
Aber das bedeutet nicht, dass ich aufgegeben habe.
Schreiben ist ein langfristiger Prozess. Manchmal geht es schneller voran, manchmal langsamer. Wichtig ist nur, dass man immer wieder zurückkehrt.
Warum sich der Weg trotzdem lohnt
Wenn ich eine Nachricht von einer Leserin bekomme, die mir schreibt, dass sie meine Geschichte nicht mehr aus der Hand legen konnte, erinnert mich das daran, warum ich überhaupt angefangen habe.
Geschichten verbinden Menschen. Sie können trösten, inspirieren oder einfach einen Moment der Flucht aus dem Alltag schenken.
Gerade im Bereich Romance und Dark Romance suchen viele Leserinnen genau diese intensiven Emotionen, dieses Mitfiebern, dieses Gefühl, komplett in eine andere Welt einzutauchen.
Und genau dafür lohnt sich jede geschriebene Seite.
Ein kleiner Gedanke zum Schluss
Vielleicht liest du diesen Artikel gerade, weil du selbst schreibst. Vielleicht träumst du davon, eines Tages deinen eigenen Roman zu veröffentlichen. Oder vielleicht bist du einfach eine begeisterte Leserin von Romance Büchern und liebst es, hinter die Kulissen des Schreibens zu blicken.
Egal, wo du gerade stehst – vergiss nicht, dass Geschichten Zeit brauchen. Und dass auch hinter jedem Buch, das du liest, eine Autorin steht, die wahrscheinlich ebenfalls versucht hat, Kreativität, Alltag und Leben miteinander zu verbinden.
Wenn du also das nächste Mal ein gutes Buch in den Händen hältst, genieße einfach die Reise in diese Welt. Vielleicht entdeckst du dabei neue Lieblingsgeschichten, neue Autorinnen oder sogar Inspiration für deine eigenen Ideen. Denn manchmal beginnt eine Geschichte genau dort, wo man sie am wenigsten erwartet.

